Heimatverein 1952 Arborn e.V.

 

Nixe Alma – die dienstälteste Arbornerin

Wenn man bedenkt was Alma Nix, die auch Mitglied in unserem Verein war, alles erlebt hat; Kaiserreich, Weimarer Republik, Inflation, NS-Zeit, Gründung der Bundesrepublik, vier Währungen, Mondlandung usw., da kann man nur staunen.

Als die kleine Alma Schäfer am 05. Januar 1910 ihren ersten Schrei tat, sah es in unserem Dorf und der weiten Welt noch ganz anders aus.

Über Deutschland herrschte Kaiser Wilhelm II., heute so selbstverständliche Dinge wie elektrischer Strom und fließend Wasser hatten ihren Einzug nach Arborn noch nicht gehalten.

Und, mal ganz ehrlich, wer konnte sich damals schon Auto und Telefon leisten ??

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, war “Treutches Alma”, wie sie im Dorf hieß, gerade vier Jahre alt, ihr erstes Schuljahr begann 1916, mitten im Krieg.

Nachdem sie 1924 konfirmiert wurde, ging Alma zu einer Tante in Gießen, um in der Gastwirtschaft der Verwandten Hauswirtschaft und Kochen zu lernen.

Zurück in Arborn, eröffnete Alma auf anraten ihres Großvaters, der früh erkannte, dass seine Enkelin mit einem wachen Verstand gesegnet war, ein eigenes Gemischtwarengeschäft in einem leer stehenden Häuschen in der Dorfmitte, was ihr der Opa umgebaut hatte. Ihren Laden betrieb sie bis in die 1970er Jahre hinein.

In den 30er Jahren lernte Alma ihren späteren Ehemann Walter Nix aus Herborn-Burg kennen. Das Paar heiratete im Kriegswinter 1939 und verbrachte die “ Flitterwochen “ mit einem anderen kriegsgetrauten Paar am Westwall. In den folgenden Jahren wurden den Eheleuten Nix zwei Töchter geboren, Rosemarie und Hedwig.

Nach dem Krieg zog die Familie in das neu gebaute Wohnhaus wo Alma ihr Geschäft weiter führte und von den 50er, bis in die 80er Jahre hinein Fremdenzimmer anbot.

Den Lebensabend verbrachte Alma Nix zusammen mit ihrer Tochter Hedi, die ihre Mutter bis zuletzt versorgte. Sie hatte fünf Enkelkinder, von denen Enkelin Manuela in Flowermount, Texas lebt, und vier Urenkel.

Am 28. Mai 2010 schloss Frau Nix für immer ihre Augen.