Heimatverein 1952 Arborn e.V.

 

Johanna Engelhard

Die doppelte Ehrung, das Bäumchen auf den Hahrehausen und die Ehrenmitgliedschaft im Heimatverein, haben diese Frau sichtlich überrascht.

Johanna Engelhard, im Dorf nur als „Schreinersch Hanni“ bekannt, das Orwener Madche vu der Boileck, wo sie 1934 geboren wurde.

Und ihrem Heimatort ist sie auch zeit Lebens treu geblieben.

Hier verbrachte sie ihre Kindheit und Jugend, die zum Teil in die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg fielen, hier sorgte sie für ihre große Familie.

Mit achtzehn hatte sie die Chance, als Hausangestellte in Frankfurt zu arbeiten, den Job hatte ihr der ältere Bruder Ehrenhard vermittelt. „Doch als wir fahren wollten, hat mein Vater mit so traurigem Gesicht in der Stube gesessen, dass ich es nicht über mich gebracht habe zu gehen.“ erinnert Hanni sich noch heute.

Also blieb sie in Arborn, wo sie 1955 ihren inzwischen verstorbenen Mann Werner heiratete, mit dem sie die Söhne Jürgen (lebt in Stuttgart) und Bernd (lebt mit seiner Patchworkfamilie im Elternhaus seiner Mutter) und die Tochter Sonja (lebt am Niederrhein) bekam.

Die Arbeit in der Landwirtschaft und die Erziehung der drei Kinder prägten ab dann ihr Leben, auch gab es Aufträge für sie als Dorfschneiderin, später hat sie noch ihre Mutter und ihren Mann während deren Krankheit gepflegt. Heute bringen die Enkel Leben in das modernisierte Bauernhaus im Arborner Oberdorf.

Trotzdem fand Hanni noch Zeit für ihren Garten, das Singen im Frauenchor, dessen Vorsitzende sie seit vielen Jahren ist, und natürlich ihr liebstes Hobby: das Schreiben von Mundartgedichten. „Ich brauche das körperliche Arbeiten, aber mein Kopf will auch was zu tun haben! Das Schreiben ist meine Leidenschaft, schon fast mein Lebenselexier.“ meint sie dazu.

Seit Ende der 90er Jahre machte Hanni mit dem „bawarisch kahld Hibbelhäf Wäsch emm Boareweiher vull Hudchesgeschlorrer“ den Arborner Dialekt im Hessenfernsehen bekannt, wo sie auch heute noch ein bekanntes Gesicht beim „Großen Hessenquiz“ ist.

Trotz diesem Bekanntheitsgrad ist sie jedoch immer sich selbst treu gelieben, und gerade das macht sie zu so einer liebenswerten Frau!

Und auf die Frage, wo Hanni denn mal hin will, antwortet sie nur: „Aich will hej bleiwe!!“

Darum kann man bei Ihr sagen: „Allemol, seist Dau e Wäller Madche!“

 

Ein Gedicht von Hanni wollen wir Ihnen hier nicht vorenthalten!

 

 

Mamme sah merr mol!

Mamme, sah mer mol wej woar däs,

mächt aich hau su gern mol sao-

Mamme gäb mer mol en Antwort,

derr aichs annern weirer drao.

Mamme sah mer mol wej wor däs

wej dau domols worscht e Kend.

Wej ihr med poor bondich Klicker,

off de Gasse “Hoi Sau” gespillt.

Wej med Schibbelrahf un Stäcke,

ihr seid dirchs ganze Dorf gefegt.

Wej em Dorf su villes annerscht wor,

Mamme das verzehl merr mol.

Mamme sah mer mol, wej wor däs,

wejs noch gorkao Fernseh goab.

Mamme sah mer mol, woas horr ihr

dao de ganze Doag gemoacht.

Wej imms Backes ihr gespillt

währends Brud bouck en dimm Owe,

“Flärrermaus wu kimmste raus”

onne oder owe.....

Mamme, aich däd su gern wesse,

wej au Zeit ihr hoat verbrocht-

Doch de Mamme un derr Babbe,

saht mer mol wu seij dej dao.........