Heimatverein 1952 Arborn e.V.

 

„Bajersch Kall“- der Arborner Heimatdichter Karl Schwarz

Einigen älteren Menschen in Arborn und den umliegenden Dörfern ist er heute noch in Erinnerung; der Heimatdichter Karl Schwarz.

Er lebte und arbeitete als Landwirt und Anstreichermeister in seinem Heimatort, wo er am 14.02.1897 geboren wurde, sein Wohn-und Elternhaus steht noch in der Arborner Knotenstraße und war bis vor einigen Jahren noch von seinem Sohn und dessen Ehefrau sowie seiner Enkelin und deren Familie bewohnt.

Durch seinen Beruf war er auch in den Nachbargemeinden kein Unbekannter und war durch seinen tiefsinnigen Humor und seine fröhliche Art überall beliebt, denn er liebte auch Geselligkeit und Gesang.

Seine Leidenschaften waren neben dem Verfassen von Gedichten auch das Drechseln und das Korbflechten.

Seine Schwiegertochter erinnert sich: „ Dann hat der Opa sich entweder selbstgeschnitzte Holzschuhe oder geflochtene Strohschuhe übergezogen und ging auf den Speicher zu seiner Drechselbank. Vom Nussknacker bis zum Spazierstock hat er alles gedrechselt, was ihm in den Sinn kam. Wenn es im Winter kalt war, hat er sich zwischendurch mal am Küchenofen die Hände gewärmt und dann ging’s wieder an die Drechselbank.“

Um geeignete Weiden für seine Körbe zu finden, wanderte Herr Schwarz viele Stunden durch die Natur. Hatte er passende Weidenruten gefunden, wässerte er sie im Kallenbach und legte sie anschließend im Arborner Backes zum trocknen „off de Derr“. Wenn die Ruten soweit waren, das man sie verwenden konnte, saß Karl Schwarz so manchen Winterabend in seiner Küche über einem neuen Korb.

Einige der Drechselarbeiten von Karl Schwarz sind heute im Arborner Dorfmuseum zu bewundern, ebenso seine Drechselbank, die, wie früher schon, auf dem Speicher steht.

Nun aber zurück zum Dichter Karl Schwarz!

In seinen teils lustigen, teils auch nachdenklichen Gedichten, zumeist in Arborner Mundart, aber auch gelegentlich in Hochdeutsch, beschrieb er Alltagssituationen aus dem Dorfleben, seine Mitmenschen und den Jahreslauf, er nahm feinsinnig aber auch schon mal die Missgeschicke seiner Mitmenschen auf.

Hierzu seine Schwiegertochter: „ Wenn dem Opa bei der Feldarbeit eine Idee kam, hat er sich immer auf seiner Zigarettenschachtel Stichworte dazu notiert. Wenn er dann gedichtet hat, musste es immer möglichst ruhig sein.“

Doch auch zu besonderen Ereignissen war sein Talent gefragt, wie etwa bei der Einweihung der neuen Arborner Schule (das jetzige Arborner Dorfgemeinschaftshaus) im Jahr 1937 oder der Amtseinführung eines neuen Arborner Bürgermeisters, einer Familienfeier, hier besonders bei Hochzeiten.

Karl Schwarz starb im März 1975. Seine Familie hat seine Gedichte aufbewahrt und wir hoffen, dass diese nicht in Vergessenheit geraten werden.

Ihnen wollen wir zum Schluss noch ein Gedicht von Herrn Schwarz hier näher bringen, es wurde anlässlich des Sängerfestes 1954 verfasst.

 

 

 

 

Schönwetterbitte

Festlich eß des Dorf geschmückt,

naue Klarer sei gestrickt,

all de Häuser sei bemalt,

de Maaste sei aach schu bezahlt,

blus nohm Petrus gieht us Blick-

huh mir aach merrem Werrer Glück?!?

Na, na, das wird wohl net wuhr werrn,

sät der Ahlt- do spill eich net met

irscht murre Sänger noch geburn werrn,

im dej por Männercher do lohnt sichs net.

 

Weßt ihr noch wäis domols wor-

häij vier fünfundzwanzig Johr?

Och, was worsch jo dou su kalt,

wäis halt eß im Westerwald,

un de annern Doog merr mahnt-

ei do hots sugor gerahnt.

No jo, das wor net genz richtig-

Immer kann de Sonn‘ jo net schein‘

Für’n Petrus eß dos net wichtig-

Der richt sich doch net nohm Gesangverein.

 

Läiwer Petrus, gourer Mann,

der das Werrer mache kann,

dou us doch däij Schemp net uuh!

Seid nur stell, eß mächt sich schuh,

‚s eß su schlemm net wäij ihr mahnt-

Wanns nu aach mol e‘ Keitche rahnt.

Jo, jo eß wird wohl gerohre.

Sät der Alt met freundlichem Blick,

backt Kouche, macht och au’n Broore,

der Orwener Gesangverein der hat noch Glück!