Heimatverein 1952 Arborn e.V.

 

Leonhard Hörpel

„Schumasder“ und Heimatforscher

Nein, ein gebürtiger Arborner war er nicht, der Dorfschullehrer und Heimatforscher Leonhard Hörpel. Wohl aber ein gebürtiger Nassauer, denn er kam am 12. Februar 1887 in Wiesbaden zur Welt.

Nach dem Abschluss der Mittelschule besuchte er die Präparande und das Lehrerseminar in Usingen, welches er 1907 erfolgreich abschloss.

Zum 01.04 1907, gerade 20 Jahre jung, trat der frischgebackene Volksschullehrer seine erste Stelle in Arborn an.

Hier wohnte er zunächst als Untermieter bei „Bajersch Mine“, der Uroma von Karl-Heinz Jakob und Ingeborg Höbel, in einem kleinen Stübchen zur Untermiete. Mit der Zeit entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zur Famile seiner Vermieterin und als 1912 die jüngste Tochter von Wilhelm Clees (Bajersch Metzger) zur Welt kam, wurde er der „Patt“ der kleinen Martha, der Taufpate also.

Neben dem Schuldienst fand Hörpel noch genügend Zeit, Arborn und Umgebung zu erkunden, oft mit dem Fotoapparat bewaffnet.Schließlich begann er, nach erklärenden, geschichtlichen Unterlagen über Arborn und die ehemalige Grafschaft Beilstein zu suchen. Dies weckte Leonhard Hörpels Interesse an der Heimatforschung, welches ihn in den folgenden 45 Jahren zu dem Heimatforscher unserer Gegend machte. So entstanden Schriften über Weinbau und Pferdezucht, Begebenheiten aus Kriegs- und Notzeiten vergangener Jahrhunderte, Markttreiben, Jagd und Forstwirtschaft, um nur einige zu nennen, und die Chroniken von Mengerskirchen, Winkels und Dillhausen.

1914 ging Hörpel als Mittelschullehrer nach rankfurt am Main, doch die Verbindung nach Arborn blieb nicht nur durch seine Patentochter bestehen; 1921 holte er seine frühere Schülerin Amalie Himmelreich als seine Ehefrau zu ich nach Frankfurt. Schließlich stieg Leonhard Hörpel 1938 zum Mittelschulrektor auf. In dieser Zeit befasste er sich vorwiegend mit biografischen, schulgeschichtlichen und familiengeschichtlichen Arbeiten über Arborn. Bis 1940 hatte er alle Nenderother Kirchenbücher transkribiert und daraus für fast alle Arborner Familien Ahnentafeln angefertigt. Hörpel war freier Mitarbeiter der Nassauischen Heimatblätter, der Dill Zeitung, des nassauischen Heimatkalenders und anderer Zeitschriften, dazu noch Mitglied der historischen Komission für Nassau.

Nach dem II Weltkrieg fasste er, angesichts seiner bevorstehenden Pansionierung, wieder häufiger nach Arborn zu fahren um sich dort viel Zeit für heimatkundliche Arbeiten zu nehmen.

Leider machte sein früher Tod am 13.07.1954 diese Pläne zunichte.

Seine Aufsätze über unsere Gegend fanden jedoch, als wertvolle Quelltexte, Verwendung bei dem 1991 erschienenen Buch „Arborn-unser Heimatdorf zwischen Knoten und Kallenbach“ sowie 1993 bei der Erstellung der Nenderother Ortschronik.

Mit dem neu entstandenen Leonhard-Hörpel-Weg wollen wir nun an sein verdienstvolles Wirken für unsere Gegend erinnern.